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Der Begriff Konsumgesellschaft ist ein häufig verwendeter, wobei niemand so genau weiß, was damit genau gemeint ist. Grundsätzlich beschreibt der Begriff aber die Tatsache, dass man in einer Gesellschaft lebt, in der keine Versorgungslücken mehr auftreten, dass also alle Menschen immer mit den nötigen Konsumgütern versorgt werden können. Soweit die eher soziologische Definition.
Wenn heute der Begriff Konsumgesellschaft genannt wird, ist damit aber meist eine eher kritische Haltung gegenüber dem Lebensstil bestimmter Menschen gemeint, die das Konsumieren von Waren und Dienstleistungen in den Mittelpunkt ihrer Lebens gestellt haben.
Gepaart ist dieses Verhalten meist zusätzlich noch mit unsolidarischem und egoistischem Handeln, was zusätzlich Kritiker aufhorchen lässt. Kritisiert wird zudem auch, dass in einer Konsumgesellschaft durch das Konsumieren nicht lebensnotwendige Bedürfnisse gestillt werden, sondern dass das Konsumieren um seiner selbst willen praktiziert wird. Und dabei wird alles zu Konsumgütern gemacht. Als kritisierte Beispiele wären die standardisierten Einkaufszentren und Erlebnisparks zu nennen, in denen die Art und Weise, wie das Einkaufen erlebt werden soll oder wie die Freizeit gestaltet wird fest vorgegeben sind, oder auch der Aufenthalt in einem Ferienclub, bei dem man sich animieren lässt anstatt selbst aktiv zu gestalten.
Die Trends gehen auch wieder eher weg von der kritisierten Konsumgesellschaft zu einer individuelleren Gesellschaft. Hier sehen Kritiker aber bereits wieder Ansätze zur so genannten Spaßgesellschaft, die keine Verantwortung für nichts übernehmen will.- Bereitstellung von sozial notwendigen Annehmlichkeiten.
- Über eine informelle Infrastruktur (Werbung) werden Markenprodukte, deren Erscheinungsbild nichts mehr mit der Herstellung und dem Gebrauch zu tun hat, angeboten.
- Produkte dienen als Sinnvermittler und Geschmackssphäre, Konsum wird zum Statussymbol.
- Die Betonung von Freizeit gegenüber der Arbeit. Die Aufmerksamkeit liegt mehr auf dem Konsumenten, und weniger auf dem Produzenten.
- Die Integration der Konsumenten durch die Weckung und Überformung von Bedürfnissen und durch marktmäßige Befriedigungsformen.
- Die ambivalente Einstellung gegenüber dem Konsum. Konsumkritik, bzw. die Ablehnung übermäßigen Konsums, gilt auch als Merkmal einer Konsumgesellschaft.
In der Kunst spiegelte sich die Konsumgesellschaft u. a. in der Pop-Art wider, die die Erscheinungen der alltäglichen Konsumwelt thematisiert und abbildet bzw. mit vorgefundenen fertigen Objekten (etwa als Readymades) arbeitet. Sie kritisiert die Erscheinungen der bunten Warenwelt nicht notgedrungen – zum Teil ist zunächst uneindeutig, ob sie das ironisiert, kritisiert oder ob Arbeiten der Pop-Art sogar affirmativ wirken. Künstler wie Andy Warhol kritisierten die Konsumgesellschaft nicht, sie bejahten hemmungslos, teils grotesk:
„Als ich mal viel Geld hatte, bin ich sofort losgeschossen und habe meinen ersten Farbfernseher gekauft. Die Werbung für den ‚strahlenden Möbelglanz’ in schwarzweiß machte mich verrückt. Ich dachte, wenn ich die Werbung in Farbe sähe, würde vielleicht alles neu aussehen und ich bekäme wieder mehr Lust zum Einkaufen.“
– Andy Warhol: Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück
Autofrei
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Unter dem Stichwort autofrei gibt es zahlreiche, meist zeitlich oder räumlich begrenzte Maßnahmen, aufgrund deren keine Kraftfahrzeuge betrieben werden dürfen. Geregelt wird dies durch Gesetze oder örtliche behördliche Bestimmungen. Rechtlich ist es gleichbedeutend mit dem Verkehrszeichen Verkehrsverbot für Kraftfahrzeuge nach StVO. Ausnahmen sind z. B. für Notärzte oder Polizei zugelassen.
- Die Autofreiheit kann hierbei für einen bestimmten Zeitraum, eine bestimmte Strecke oder auch für ganze Ortschaften gelten. Beispielsweise ist Zermatt generell autofrei und nur mit der Eisenbahn zu erreichen; ebenso ist die Ostsee-Insel Hiddensee autofrei. Autofrei sind auch die Ostfriesischen Inseln (mit Ausnahme von Borkum und Norderney), wo nur Elektrofahrzeuge zugelassen sind. In § 50 der deutschen Straßenverkehrsordnung ist dies für die Insel Helgoland festgeschrieben: „Auf der Insel Helgoland sind der Verkehr mit Kraftfahrzeugen und das Radfahren verboten.“
Autotofreie (Sonn-)Tage
Anlass für autofreie Tage sind zum Beispiel Straßenfeste, Demonstrationen, andere Veranstaltungen oder auch die regelmäßig wiederkehrende Freigabe der Fahrbahn für nichtmotorisierte Fortbewegung, etwa Inline-Skates.
Der Begriff autofreier Sonntag wurde während der ersten Ölkrise 1973 allgemein verwendet und auch in ganz Deutschland bekannt. West-Deutschland reagierte auf die Ölkrise mit einer ungewöhnlichen Sparmaßnahme und verhängte mit dem Energiesicherungsgesetz vom 9. November 1973 insgesamt vier autofreie Sonntage (25. November, 2., 9. und 16. Dezember 1973) sowie Tempolimits. Dies hatte kaum einen wirtschaftlichen Effekt. Staunend nutzten viele Bundesbürger die seltene Möglichkeit, einmal eine Autobahn zu Fuß oder per Fahrrad zu erkunden. Lediglich Taxis, Ärzte sowie Frischware-Lieferanten durften fahren. Am vierten 'autofreien Sonntag' gab es dann so viele Ausnahmen, dass es auf den Straßen wieder zu Staus kam.
Seit dem Ende der 80er Jahre gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmend autofreie Straßen an einem Sonntag im Jahr. Dabei werden die Verkehrswege auf einer Länge zwischen 15 und 140 Kilometern tagsüber komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt und Besuchern zu Fuß, auf Fahrrädern oder Rollschuhen zu Verfügung gestellt. Es hat sich eingebürgert, dass am Straßenrand von Anwohnern Getränke, Kuchen und andere Speisen angeboten werden. Die Straßen befinden sich oft in einem Flusstal, häufig sind sogar beide Seiten der Flüsse gesperrt, so zum Beispiel bei Happy Mosel oder bei Tal Total, dem autofreien Rheintal. Die Anzahl dieser Erlebnistage stieg laut Umwelt- und Prognose-Institut bis 2011 auf 77 pro Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz an[1].
In der Schweiz werden diese Aktionstage Slowup genannt.
In Italien sind seit 2000 an vier Sonntagen im Jahr die Zentren von 150 Städten tagsüber vom Autoverkehr befreit. In Paris ist das rechte Seine-Ufer an allen Wochenenden des Jahres und den ganzen August tagsüber für Motorfahrzeuge tabu.
Anfang 2008 gründete sich in Berlin eine Initiative zur Durchsetzung eines autofreien Sonntags. [2]
Jährlich am 22. September findet europaweit ein Aktionstag Autofreier Tag statt, an dem zum Verzicht auf das Autofahren aufgerufen wird.